Artenvielfalt und reproduktive Isolation Zusatzmaterial Artnamen

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Artenvielfalt und reproduktive Isolation Zusatzmaterial Artnamen

Benennung von Arten – Spezies

Warum haben Arten eigentlich komplizierte Namen?

Hinter der wissenschaftlichen Benennung von Arten steckt kein Geheimcode – sondern ein System, das bereits im 18. Jahrhundert von Carl von Linné entwickelt wurde. Man könnte sagen: Linné hat der Natur einen geordneten „Namen-und-Telefonbuch“-Eintrag verpasst.

Die binäre Nomenklatur – ein Doppelname für jede Art

Jede Art bekommt einen zweiteiligen wissenschaftlichen Namen, man spricht von der binären Nomenklatur (lateinisch für „zwei Namen“).

1. Der Gattungsname
  • wird großgeschrieben
  • zeigt, zu welcher Gattung die Art gehört
  • vergleichbar mit einem „Nachnamen“
2. Der Artzusatz (Epitheton)
  • wird kleingeschrieben
  • ist einzigartig für die jeweilige Art
  • also der „Vorname“ der Art
Beispiele:

Homo sapiens

  • Homo = Gattung der Menschen
  • sapiens = „weise“ (ob das bei uns allen immer zutrifft, bleibt offen)

Microcebus jonahi

  • Microcebus = Gattung der Mausmakis (winzige Lemuren aus Madagaskar)
  • jonahi = Artzusatz, hier zu Ehren eines Forschers vergeben

👉 Manche Arten bekommen sehr kreative Namen – es gibt z. B. einen Käfer namens Agra schwarzeneggeri, benannt nach Arnold Schwarzenegger, weil er besonders muskulöse „Schultern“ (Deckflügel) hat!

Wenn eine Art noch weiter unterteilt wird: Unterarten (Subspezies)

Manchmal lassen sich innerhalb einer Art verschiedene Populationen unterscheiden, z. B. durch:

  • geografische Unterschiede
  • unterschiedliche Lebensräume
  • leichte morphologische Abweichungen

Dann spricht man von Unterarten oder Subspezies, gekennzeichnet durch einen dritten Namenszusatz.

Beispiel: Die Tiger-Unterarten

Alle gehören zur Art Panthera tigris, unterscheiden sich aber regional:

  • Panthera tigris tigris – der bengalische Tiger
  • Panthera tigris altaica – der sibirische Tiger

Wenn man sich nicht festlegen will oder die Unterart unbekannt ist, schreibt man:

Panthera tigris sp.

👉 Früher gab es bis zu neun Tigerunterarten, heute sind einige leider ausgestorben. Der „Kaspische Tiger“ (P. tigris virgata) lebte beispielsweise einst sogar in Regionen, die heute zu Turkmenistan und der Türkei gehören.

 

Warum ist das mit den Unterarten manchmal so kompliziert?

In der Biologie ist die Abgrenzung von Unterarten häufig schwierig:

  • Populationen können sich teilweise vermischen
  • Unterschiede sind nicht immer eindeutig
  • Forscher*innen diskutieren gern darüber

Kurz gesagt: Die Natur hält sich nicht immer an menschliche Ordnungssysteme.