Evolution und Verhalten – Warm-up

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Evolution und Verhalten – Warm-up

Hier können grundlegende Informationen noch einmal nachgelesen werden:
Verhalten

Lebewesen besitzen primäre Geschlechtsmerkmale – das sind die unmittelbar an der Fortpflanzung beteiligten Organe (z. B. Eierstöcke oder Hoden). Dazu kommen sekundäre Geschlechtsmerkmale, die sich meist erst in der Pubertät entwickeln, etwa Körperbehaarung oder Stimmänderungen. Diese Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Individuen nennt man insgesamt Sexualdimorphismus.

Bei der geschlechtlichen (sexuellen) Fortpflanzung verschmelzen zwei Geschlechtszellen miteinander, wodurch neue Kombinationen von Erbinformation entstehen. Die ungeschlechtliche (asexuelle) Fortpflanzung braucht dagegen nur einen Elternorganismus – die Nachkommen sind genetisch identisch und werden Klon genannt.

Manche Arten besitzen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane am selben Individuum. Solche Lebewesen heißen Zwitter (oder Hermaphroditen).

Um Partner anzulocken, zeigen viele Tiere eine Balz – also typische Verhaltensweisen oder Merkmale, mit denen sie ihre Fortpflanzungsbereitschaft signalisieren.

Fitness

Die Fitness eines Lebewesens, auch reproduktive Fitness genannt, beschreibt seinen Fortpflanzungserfolg. Gemeint ist also nicht körperliche Stärke oder Gesundheit, sondern wie viele überlebensfähige Nachkommen ein Individuum hervorbringt, die ihrerseits wieder Nachkommen erzeugen können.

Ein Lebewesen hat dann eine hohe Fitness, wenn seine Merkmale gut zur Umwelt passen und es dadurch mehr Nachkommen hat als andere Individuen derselben Art. In der Evolution spielt die reproduktive Fitness eine zentrale Rolle: Merkmale, die den Fortpflanzungserfolg erhöhen, setzen sich im Genpool einer Population durch – ein Grundprinzip der natürlichen Selektion.

Kurz gesagt:
Fitness = Wie gut sich ein Lebewesen fortpflanzt und seine Gene weitergibt.

Zellzyklus

Das Bild zeigt den menschlichen Fortpflanzungszyklus, bei dem Zellen mit unterschiedlichem Ploidiegrad beteiligt sind. Der Ploidiegrad beschreibt, wie viele Chromosomensätze eine Zelle besitzt.

Bereich [I] – haploid (einfacher Chromosomensatz)
Im oberen Teil befinden sich die Keimzellen. Die Eizelle (1) und die Samenzelle (2) sind haploid, also [I], und enthalten je einen einfachen Chromosomensatz. Sie entstehen durch den Vorgang A = Meiose, der in den Keimdrüsen stattfindet:

  • 4 = Eierstock (Ovar)
  • 5 = Hoden (Testis)

Bereich [II] – diploid (doppelter Chromosomensatz)
Nach der Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht die Zygote (3). Sie ist diploid [II] und enthält wieder zwei Chromosomensätze. Dieser Vorgang heißt B = Befruchtung.

Aus der Zygote entwickelt sich durch C = Mitose ein vielzelliger Organismus, der erneut diploid ist und später wieder Keimzellen bilden kann.

Strategien

In der Ökologie unterscheidet man zwei typische Fortpflanzungsstrategien von Lebewesen:

r‑Strategen
Diese Arten setzen auf viele Nachkommen, die schnell wachsen und sich rasch vermehren. Allerdings investieren sie wenig Fürsorge, sodass viele Jungtiere nicht überleben. r‑Strategen leben oft in wechselhaften Lebensräumen, in denen es darauf ankommt, sich schnell auszubreiten.
Beispiele: Insekten, viele Fische, Bakterien.

K‑Strategen
K‑Strategen produzieren wenige Nachkommen, investieren dafür aber viel Energie in Pflege und Schutz. Die Überlebenschancen der Jungtiere sind hoch. Sie leben meist in stabilen Lebensräumen, wo es vorteilhaft ist, sich langfristig zu behaupten.
Beispiele: Menschen, Elefanten, viele Vogelarten.

Kurz gemerkt:

  • r‑Strategen: viel – schnell – kurze Lebensdauer
  • K‑Strategen: wenig – gut versorgt – lange Lebensdauer